Ergotherapie Sensorische Integrationstherapie Was ist Systemische Therapie?


Die Systemische Therapie stellt neben Psychoanalyse, Verhaltenstherapie und den humanistischen Therapien eine weitere bedeutende Therapieform dar. Sie hat sich aus der Arbeit mit Familien entwickelt. Kerngedanke der Systemischen Therapie ist die Annahme, dass der Schlüssel zum Verständnis und zur Veränderung von Problemen weniger in der behandelten Person allein liegt, sondern im (familiären) Zusammenhang, in dem das Problem steht.

Systemische Therapie ist an Beziehungsprozessen der Personen interessiert, die an der Entstehung und Aufrechterhaltung eines Problems beteiligt, und daher auch für Veränderungs- und Lösungsprozesse von Bedeutung sind. Dazu gehören nicht unbedingt nur Familienmitglieder, auch andere Personen oder Institutionen können von Bedeutung sein (die beteiligten Personen müssen bei einer Sytemische Therapie jedoch nicht unbedingt anwesend sein).

In der Entwicklung von Familientherapie und systemischem Denken kam es zur Ausbildung diverser verschiedener Richtungen, wobei die Haltung von systemischen Therapeuten mal mehr die eines direktiven Experten (z.B. strategische und strukturelle Familientherapie) bzw. die eines Partners (z.B. konstruktive, narrative und lösungsorientierte Ansätze) sein wird.

In systemischen Therapien werden oft metaphorische Techniken eingesetzt, insbesondere sogenannte Skulpturen. Dabei werden beispielsweise Familienmitglieder von einer Person derart im Raum aufgestellt, so dass die Position und Haltung der Mitglieder ein Bild ihrer familiären Beziehungen ergibt.

Verwendet werden in der systemische Gesprächsführung "zirkuläre" Fragen sowie weitere Frage- und Interventionstechniken, die gleichermaßen dazu dienen, das Problem und die Sicht darauf zu erkennen und diese zu "verstören" und somit neue Sichtweisen und Handlungsmöglichkeiten eröffnen.
Die Systemische Therapie arbeitet neben Familien auch mit Einzelpersonen, Kindern- und Jugendlichen, Paaren und Organisationen. Im Gegensatz zu vielen anderen Therapien können die Sitzungen in unregelmäßigen und oft größeren Abständen stattfinden, dies richtet sich nach dem Bedarf der Klienten.

Eine Wegbereiterin der systemischen Therapie war Virginia Satir.

Wer war Virginia Satir? Ihre Maximen waren: Von Ihr sollen hier zwei Zitate die grundlegende Haltung wiedergeben, die ich in meiner therapeutischen Arbeit vertrete:

Ein System ist eine Ganzheit. Jedes Teil ist mit jedem so verbunden, dass jede Änderung eine Änderung des Ganzen bewirkt...

Wo in einer Familie Selbstausdruck nicht möglich ist ohne die Selbstachtung zu verlieren, kommt es zu Störungen. Störungen sind daher immer zugleich Störungen der Selbstachtung, des Selbstwerts.

Jeder Mensch trachtet danach zu (über)leben, zu wachsen und nahe bei anderen zu sein. Alles Verhalten drückt diese Zeile aus, unabhängig davon, wie gestört es erscheinen mag… Das, was die Gesellschaft krankes, verrücktes, dummes oder schlechtes Verhalten nennt, ist in Wirklichkeit der Versuch seitens des ge-kränk-ten Menschen, die bestehende Verwirrung zu signalisieren und um Hilfe zu rufen“...

Über die Jahre hin entwickelte ich ein Bild davon, wie es aussehen könnte, wenn ein menschliches Wesen menschlicher lebt: Es ist eine Person, die ihren Körper versteht, wertschätzt und entwickelt, ihn schön und nützlich findet; eine Person, die real und ehrlich zu sich selbst, über sich und andere ist; eine Person, die bereit ist Risiken auf sich zu nehmen, kreativ zu sein, kompetent zu sein, sich zu ändern, wenn es die Situation erfordert, und Wege zu finden, um Neues und Verschiedenartiges aufzunehmen, den Teil des Alten, der noch nützlich ist, zu behalten und den Teil, der es nicht ist, abzulegen. All dies zusammengenommen macht ein körperlich gesundes, geistig waches, fühlendes, liebendes, spielerisches, authentisches, kreatives und produktives menschliches Wesen aus. Es kann auf den eigenen beiden Füßen stehen, es kann tief lieben sowie fair und effektiv kämpfen. Es steht in gleicher Weise zu seinen zarten Seiten wie zu seinen zähen und kennt die Unterschiede zwischen beiden. Es kann sich deshalb wirksam bemühen, seine Ziele zu erreichen.

Aus "Virginia Satir" Selbstwert und Kommunikation

Parallelen der tiergestützten Therapie zum Ansatz der systemischen Familientherapie:

Virginia Satir sagte: "Unsere Ressourcen werden durch das Gefühl bewertet zu werden gehemmt."

Tiere und Kommunikation

  1. Tiere bewerten nicht
  2. Tiere lehren nonverbale (analoge) Kommunikation
  3. die "ehrlichere" Sprache, bei der Ausdruck und das, was gemeint ist, einander entsprechen
    die uralte Sprache, die unsere Mutter schon mit uns gesprochen hat
  4. die Sprache der Liebe, der Trauer, des Kampfes, der Wut
  5. sie folgt nicht Regeln von Syntax, Logik oder Grammatik, sondern drückt Empfinden für einen Anderen verstehbar ausdie Sprache der Beziehung 


Zum Vergleich: Verbale (digitale) Kommunikation Virginia Satir beschrieb vier Kommunikationsformen, die als Stressreaktionen auftreten, wenn das Selbstwertgefühl in der Interaktion bedroht ist:


  • Beschwichtigen
  • Anklagen 
  • Rationalisieren
  • Ablenken
zum Aufbau des Selbstwertgefühls


Virginia Satir erarbeitete die fünfte, die kongruente Kommunikationsform.

Bei dieser Kommunikationsform spricht die Stimme Worte, die mit Mimik, Körperhaltung und Ton übereinstimmen.Eine Person, die kongruent ist, strahlt etwas Integrierendes, Offenes, Lebendiges aus.

Kongruent sein befähigt zur: Integrität, Verantwortung, Ehrlichkeit, Intimität, Kompetenz, Kreativität und der Fähigkeit mit realen Problemen auf eine realistische Art fertig zu werden.

Kongruentes Verhalten kann man nicht simulieren.

Kongruentes Verhalten entspricht der nonverbalen (analogen) Kommunikation, wie sie den Tieren zu eigen ist. Eine Kommunikation, die wir seit Urzeiten kennen, die keine double-bind Botschaften aussendet und nicht verwirrt. Dies schafft eine stabile emotionale Basis.